Die Kritik: Figurenkonstellation wird kaum eingeführt

Den ersten Teil sollte man schon gesehen haben, um die Handlung nachvollziehen zu können, sonst kann es vorkommen, dass man den Faden verliert oder erst gar nicht aufnehmen kann. Die Beziehungen seiner Figuren erklärt "New Moon" nämlich nur sehr sporadisch und dann auch noch schamhaft und fast schon unverschämt verklemmt: Die Sexualität der Wandelwesen Vampir und Werwolf geht in unglaublich bieder dargestellten Kussszenen und Umarmungen unter. Sogar die Actionszenen sind bieder, nämlich ohne Blut und ohne jegliche Kreativität, Stil oder Charme, wie sie ein Tarantino oder Rodriguez in ihren Kampfszenen zu erzeugen vermögen.

Makellose Spezialeffekte, viel nackte Haut und eine lasche Umsetzung der Thematik

Dafür liefert der Film zugegebenermaßen makellose Spezialeffekte auf höchstem Hollywoodniveau, übertrieben kitschige Liebesszenen, die man offensichtlich auch noch ernst gemeint hat, und natürlich Muckis ohne Ende: "Die gesamte männliche Besatzung des Films unter 30 hat mindestens die Hälfte ihrer Szenen ohne Hemd zu spielen" – So oder so ähnlich stand es wohl in den Regieanweisungen. Nach einiger Zeit ist man als durchschnittlich intelligenter Kinozuschauer von soviel sinnloser Nacktheit gepaart mit einem völlig humorlosen Umgang mit den Themen des Films ziemlich gelangweilt.

Während im ersten Teil "Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen" noch hin und wieder der Charme der Revolte gegen das Establishment und der unerfüllten Liebe à la "Romeo und Julia" durchblitzte, bleibt der zweite Teil an der Oberfläche und versucht mit fast schon panischer Effekthascherei darüber hinwegzutäuschen, dass man völlig ohne Leidenschaft und Innovationsgeist an die Umsetzung des Buches gegangen ist. Die Regisseurin des Überraschungserfolgs "Twilight", Katherine Hardwicke, wurde bei der Regiewahl auch gleich mal übergangen und musste das Ruder an Chris Weitz abgeben: Den Mann, der die eindeutig biedersten, aber eben auch erfolgreichsten "Harry Potter"-Filme Nummer 1 und 2 zu verantworten hat.

Film steht nicht in der Tradition des Vampirismus im Film

Und so kommt es, wie es kommen muss und von Hollywood wohl auch gewünscht ist: Nichts ist zu spüren von der wunderbaren, revolutionären Tradition des Vampirismus im Film, die Max Schreck, Gary Oldman oder sogar Udo Kier über die Jahrzehnte auf die Leinwand brachten. Stattdessen kommen die Vampire blutleer, verklemmt und konservativ daher: Beißen erst nach der Trauung. Und Gewalt bitte ohne Blut.

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World Heavyweight Championship, Kyle C. Haight World Heavyweight Championship
   
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